ROBUSTGemuese – Mehr Resilienz im ökologischen Freilandgemüsebau
Der ökologische Freilandgemüsebau steht vor großen Herausforderungen: Hitze- und Trockenstress, Starkniederschläge, Preise unter Druck, neue Schaderreger sowie steigende Anforderungen an Qualität, Lagerfähigkeit und Liefersicherheit. Diese Rahmenbedingungen beeinflussen Erträge, Arbeitsabläufe und die betriebliche Planungssicherheit.
Viele landwirtschaftliche Betriebe gehen bereits eigene, kreative Wege, um Herausforderungen zu meistern und ihre Anbausysteme widerstandsfähig zu gestalten. Dieses wertvolle Praxiswissen bleibt jedoch oft auf den Einzelbetrieb beschränkt. Durch gezielten Austausch und gemeinsames Lernen lässt sich dieses Potenzial noch besser für die gesamte Branche erschließen – zum Nutzen aller.
Das bundesweite Praxisforschungsnetzwerk ROBUSTGemuese setzt genau hier an: Ziel ist es, vorhandene Erfahrungen aus der Praxis gemeinsam mit Beratung und Forschung zu reflektieren, weiterzuentwickeln und neue Ansätze zur Stärkung der betrieblichen Resilienz zu erproben.
Was bedeutet Resilienz?
Resilienz in der Landwirtschaft bedeutet, dass Betriebe auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben. Sie können sich flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anpassen, ihre Erzeugung stabil aufrechterhalten und nach Belastungsphasen oder Krisen wieder in einen tragfähigen Betriebsalltag zurückfinden.
Im Projekt klären wir gemeinsam mit Praxis, Beratung und Forschung, was Resilienz im ökologischen Freilandgemüsebau konkret bedeutet: Welche Faktoren stärken Betriebe? Wo liegen Grenzen? Und welche Stellschrauben lassen sich in der Praxis gezielt beeinflussen?
Praxisforschung in kulturspezifischen und regionalen Netzwerken
ROBUSTGemuese nimmt sowohl Anbauregionen mit ihren spezifischen Problemen als auch kulturspezifische Ansätze in den Fokus der Praxisforschungsarbeiten, um die Diversität des ökologischen Gemüsebaus in Deutschland abzubilden.
Sieben Praxisforschungsnetzwerke bilden das „Herz“ des Verbundprojektes.
Unsere Naturland Berater:innen sind insbesondere in den Netzwerken Kartoffel & Zwiebelgewächse (Holger Buck, Saskia Casper, Hannes Schulz) sowie Wurzelgemüse (Franziska Blind, Holger Buck, Saskia Casper) aktiv. Gemeinsam mit den Feldgemüsebaubetrieben führen sie Praxisversuche durch. Im Fokus stehen innovative Anbaustrategien, Ertragssicherung, Qualität und Lagerfähigkeit der ökonomisch wichtigen Kulturen – auch unter wechselnden Bedingungen.
Starke Partnerschaft
Das Projekt wird gemeinsam von der Beratung für Naturland und Bioland Praxisforschung GmbH geleitet und lebt vom Zusammenspiel starker Praxisbetriebe, qualifizierter Beratung und wissenschaftlicher Expertise. Zusätzlich sind die Demeter Beratung e.V., die Universität Hohenheim, das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau e.V. (IGZ e-V.), die Universität Kassel, das Deutsche Biomasseforschungszentrum gGmbH (DBFZ), das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e.V. (ZBG), das Julius-Kühn-Institut (JKI), die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), die KATZ Biotech AG, sowie der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) am Projekt beteiligt.
Ernte eines Kartoffel-Praxisversuches (Quelle: Holger Buck)
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau.