Bio 2025: Warum die Preise steigen

Von der Euphorie zur Ernüchterung – und jetzt zurück zum Aufschwung: Der Bio-Markt erlebt 2025 ein echtes Comeback. Die Bio-Preise für die Landwirtschaft steigen endlich wieder. In dieser Podcast-Folge werfen wir einen Blick auf die Hintergründe, die Entwicklungen der letzten Jahre und diskutieren, was das alles für Bio-Betriebe bedeutet.

11 Juni 2025

Bio-Preise 2025: Trendwende nach der Krise

Nach dem Corona-Boom 2020/21 und dem Rückschlag 2022 zeigen aktuelle Zahlen: Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist höher denn je. 2024 gaben deutsche Haushalte 17 Milliarden Euro für Bio-Produkte aus – ein neuer Rekord laut AMI (Agrarmarkt Informations- Gesellschaft). Damit überflügelte man sogar die Corona-Jahre, was das deutliche Wachstum nochmals unterstreicht.

Besonders gefragt:

  • Bio-Rindfleisch
  • Bio-Schweinefleisch
  • Bio-Milch
  • Bio-Futtergetreide

Das Ergebnis: steigende Erzeugerpreise – und ein klarer Aufwärtstrend, auch wenn nicht alle Landwirte gleichermaßen profitieren.

Lebensmitteleinzelhandel treibt die Bio-Nachfrage

Zwei Drittel des Bio-Umsatzes in Deutschland wird im Lebensmitteleinzelhandel gemacht. Laut AMI entfallen 45 % der Ausgaben im LEH auf die Vollsortimenter. Die Discounter stehen mit 40 % an zweiter Stelle und die Drogeriemärkte halten 16 % Marktanteil am Lebensmitteleinzelhandel. Letztere weisen allerdings den höchsten Zuwachs unter den Einkaufsstätten auf, berichtet die AMI.

Der Bio-Markt erlebt 2025 ein echtes Comeback. Zwei Drittel des Bio-Umsatzes in Deutschland wird im Lebensmitteleinzelhandel gemacht. (Foto: Naturland / Christoph Assmann)

Der Bio-Markt erlebt 2025 ein echtes Comeback. Zwei Drittel des Bio-Umsatzes in Deutschland wird im Lebensmitteleinzelhandel gemacht. (Foto: Naturland / Christoph Assmann)

Höchster Bio-Anteil bei Trinkmilch

Auch in Österreich zeigt sich eine steigende Nachfrage – insbesondere bei Trinkmilch (30 % Bio-Anteil), Joghurt, Mehl und Eiern. Fleisch steht zwar noch immer am unteren Ende des Rankings, aber auch hier ist ein spürbares Wachstum erkennbar. Viele Verbraucher sind zwar bereit, für Bio-Produkte mehr zu zahlen, jedoch stellt die hohe Preisdifferenz bei Fleisch und Wurst oft eine finanzielle Hürde dar.

Entwicklung der Bio-Getreidepreise 2025

Etwas zeitversetzt wirkt sich die positive Entwicklung am Bio-Markt nun auch auf die Erzeugerpreise aus. Kurz vor der Getreideernte sind die Aussichten positiv. Im Vergleich zum Beginn der letztjährigen Vermarktungssaison werden die Preise für Futtergetreide, Weizen und Roggen etwas höher zu liegen kommen.

  • Hafer: Trotz größerer Anbaufläche und zum Teil vollen Läger der Mühlen, wurde bereits ein Großteil der Kontrakte für die neue Ernte mit guten Preisen abgeschlossen. Ob sich dieses hohe Preisniveau über die neue Saison hinweg halten kann, wird man sehen.
  • Weizen: Während sich Mühlen im Speisesegment meist für viele Monate eindecken und damit im späten Frühjahr kaum mehr Abschlüsse stattfanden, wurde Futterweizen bis Ende der Vermarktungssaison nachgefragt – allerdings war auch der Futtermarkt leergefegt. An der Anbaufläche hat sich für die kommende Ernte bei Futtergetreide und Speiseweizen nichts Wesentliches verändert, denn der Preisanstieg setzte erst nach dem Herbstanbau im November ein. Aktuelle Kontrakte lassen einen ca. 10%igen Preisanstieg im Vergleich zur Vorsaison vermuten.

Etwas zeitversetzt wirkte sich die positive Entwicklung am Bio-Markt auch auf die Bio-Getreidepreise aus. (Foto: Goldberger)

Etwas zeitversetzt wirkte sich die positive Entwicklung am Bio-Markt auch auf die Bio-Getreidepreise aus. (Foto: Goldberger)

Bio-Milchmarkt: Nachfrage trifft knappes Angebot

Am Bio-Milchmarkt trifft rege Nachfrage auf knappes Angebot. So stieg zum Beispiel die Einkaufsmenge von Bio-Naturjoghurt im ersten Quartal laut AMI gegenüber dem Vorjahrszeitraum um 37 % an. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der Bio-Milchpreise fort, wodurch diese im Bundesdurchschnitt ein neues Allzeithoch erreichten. Seit Monaten trifft am Bio-Milchmarkt eine positive Nachfrage-Entwicklung auf meist rückläufige Rohstoffmengen.

Bio-Schweinefleisch: Zu wenig Angebot für große Nachfrage

Am Bio-Schweinemarkt übersteigt die Nachfrage der Handelsketten das zu kleine Angebot. Bestehende Verträge können zwar erfüllt, zusätzliche Anfragen aber oft nicht bedient werden. Die Preise sind in den letzten Monaten im Durchschnitt gestiegen, vor allem dort, wo die Preise noch unter dem Schnitt lagen. Dies ist auch nötig aufgrund der ebenfalls steigenden Futterkosten.

Bio-Rindfleisch: Preisangleichung durch knappen Markt

Der Steigflug der konventionellen Rinderpreise hat im Frühjahr nochmals Fahrt aufgenommen. So waren die Bio-Vermarkter wieder am Zug, um den Preisabstand der Bio-Preise zur konventionellen Ware zu wahren. Grundsätzlich werden bei Bio-Rindfleisch mit dem Handel zu Jahresende feste Verträge mit Preisen für das kommende Jahr vereinbart. Doch die konventionelle Preisrallye hat die Bio-Preise für Jungbullen, Ochsen und Färsen in den letzten Wochen und Monaten so schnell eingeholt und teilweise überholt, dass Bio-Vermarkter mit ihren Kunden erneut über Anpassungen sprechen mussten.

Der Steigflug der konventionellen Rinderpreise hat im Frühjahr nochmals Fahrt aufgenommen. So waren die Preise für Bio-Rindfleisch wieder am Zug, um den Preisabstand der Bio-Preise zur konventionellen Ware zu wahren. (Foto: Naturland / Sabine Bielmeier)

Der Steigflug der konventionellen Rinderpreise hat im Frühjahr nochmals Fahrt aufgenommen. So waren die Preise für Bio-Rindfleisch wieder am Zug, um den Preisabstand der Bio-Preise zur konventionellen Ware zu wahren. (Foto: Naturland / Sabine Bielmeier)

Bio-Sojabohne & Sonnenblume: Entwicklungen bis Herbst offen

  • Sonnenblume: Bei Bio-Sonnenblumen deuten die Vorkontrakte auf spürbar höhere Preise als zur Ernte 2024 hin.
  • Sojabohne: Bei Bio-Sojabohne rechnet man am Bio-Markt mit einer stabilen Preissituation in Richtung Herbst. Allerdings waren die Preise für Speisesoja zuletzt sehr gut, sodass weitere Steigerungen aus aktueller Sicht unwahrscheinlich erscheinen.
  • Raps: Mit höheren Preisen ist bei Bio-Raps zu rechnen, allerdings noch immer auf einem zu niedrigen Niveau. Hier ist die paradoxe Situation, dass die Nachfrage nach Rapskuchen hoch ist, während das Hauptprodukt Rapsöl vom Handel weniger nachgefragt wird.

Fazit: Bio-Markt mit Zukunft – jetzt Chancen nutzen

Die Nachfrage ist da, das Angebot hinkt teils noch hinterher – doch das bietet Chancen für bestehende und neue Bio-Betriebe.

Fazit: Bio ist kein kurzfristiger Trend – sondern ein langfristig wachsender Markt mit Potenzial.

Bio ist zurück – und wie! In unserem Podcast erfährst du, warum die Bio-Preise 2025 wieder steigen, welche Produkte besonders gefragt sind und was das für deinen Betrieb bedeutet. Jetzt reinhören & informiert bleiben

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Mehr Infos findest du zudem in der Ausgabe 2/2025 der Naturland Nachrichten.

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