Der Bio-Markt zieht auseinander

Hafer bleibt deutlich überversorgt, während Futtergetreide wieder fester tendiert. Soja und Sonnenblumen sind weiterhin gefragt.

12 Februar 2026

Bio-Druschfrüchte

Hafer

Der Bio-Hafermarkt bleibt deutlich überversorgt. Nach einer sehr guten Ernte samt Flächenausweitung und höheren HL-Gewichten ist viel Ware am Markt, zugleich rufen viele Mühlen ihre Kontraktenur zögerlich ab. Es zeigt sich, dass sich einige Marktteilnehmer in den vergangenen knappen Jahren vorsorglich eingedeckt haben – teils ohne fixe Abnehmer. Die Überhänge wirken preisbelastend und dürften auch in die neue Saison nach der Ernte 2026 mitgenommen werden. Für Vorkontrakte der kommenden Ernte werden aktuell Niveaus im Bereich um 340 Euro/t diskutiert.

Braugerste

Braugerste steht weiter stark unter Druck. Der Markt schrumpft und die Bedarfe der Brauereien gehen zurück. Teilweise liegt noch Ware aus der Ernte 2024, sodass neue Mengen nur eingeschränkt Platz finden. Für die Anbauplanung gilt: Braugerste bleibt risikobehaftet und sollte nur mit Vorkontrakt erfolgen. Ansonsten empfehlen wir Gerstensorten, die auch Futtereignung haben.

Futtergetreide

Bei Futtergetreide ist dagegen wieder Bewegung nach oben erkennbar. Futterweizen hat sich gegenüber den Erntewochen merklich erholt und liegt aktuell bei etwa 320 bis 340 Euro/t. Auch bei Mais wird Aufwärtspotenzial gesehen,
während bei Gerste aufgrund der hohen Erträge eher wenig Bewegung erwartet wird. Futterleguminosen bleiben knapp, obwohl die Preise attraktiv sind. Gleichzeitig gehen die Anbauflächen weiter zurück. Ackerbohnen und Erbsen können daher für den Frühjahrsanbau empfohlen werden.

Weizen

Im Weizenmarkt zeigt sich ein differenziertes Bild: Der Backbereich bleibt gesättigt, denn ein Großteil der Ernteware liegt im hohen Kleberbereich. Gleichzeitig sind die Weizenmengen für den qualitativ darunter liegenden Mehlpackungsbereich knapper. Dadurch kann es im Verlauf der Saison zu Verschiebungen hoher Qualitäten in den Mehlpackungsbereich kommen. Die Preise für den Mehl- und Backbereich liegen aktuell ca. 30 bis 40 bzw. 70 bis 80 Euro über Futterweizen.

Dinkel

Der Bio-Dinkelmarkt präsentiert sich weiterhin ruhig und stabil. Die Ware wird gut abgerufen, größere Rückstände im Kontraktgeschäft sind nicht erkennbar. Auch Partien mit schwächeren Fallzahlen können über den Flockenbereich gut vermarktet werden, wodurch der Markt insgesamt „sauber“ durchläuft. Preislich bewegt sich Dinkel stabil um 430 Euro/t. Erste Vorkontrakte für die Ernte 2026 sind bereits am Markt, größere Abschlüsse werden ab Februar/März erwartet.

Roggen

Bei Roggen ist der Markt für die laufende Saison weitgehend gedeckt. Größere Abnehmer sind bereits versorgt, sodass nur noch punktuell Restbedarf entsteht. Preislich hat sich Roggen nach den Spitzen beruhigt und liegt aktuell bei etwa 320 bis 340 Euro /t (je nach Herkunft und Qualität). Im Vergleich zu den Vorjahren bleibt das Niveau damit dennoch deutlich verbessert.

 

Bio-Sonderkulturen

Sojabohne

Bio-Speisesoja wird stabil abgerufen, unsere Mengen sind fest verkauft. Die Ernte 2025 fiel insgesamt durchschnittlich aus. Ein wichtiges Thema bleiben Tropanalkaloide (z. B. durch Stechapfel): Bei Befund ist eine Vermarktung ausgeschlossen, weshalb die Bestandskontrolle entscheidend bleibt. Die Preise lagen bei gereinigtem Speisesoja ab 900 Euro/t (frei Feinreinigung geliefert). Für die neue Saison ist die Preisfindung offen, Gespräche auf der Biofach im Februar werden Aufschluss geben, wohin die Reise nach der Ernte 2026 gehen wird. Danach wird sich auch der Anbau richten. Aufgrund der aktuell hohen Futtersojapreise rechnen wir mit einem stabilen Speisesojamarkt.

Sonnenblume

Nach einer Durchschnittsernte zeigt sich am Markt für Bio-Sonnenblumen, dass vor allem der HO-Bereich knapp ist. Viele Partien sind bereits ausgeliefert, auch LO-Ware fließt kontinuierlich ab. Die Ölmühlen werden zur neuen Ernte wohl „leer“ starten – damit bleibt Potenzial am Markt. Preislich lagen Ölsaaten- Sonnenblumen vielfach um 700 Euro/t ab Lager Landwirt, bei Vermarktung zur Ernte auch darunter. Ebenfalls gefragt sind Schälsonnenblumen, vor
allem aus Deutschland. Hier werden zusätzliche Anbauer gesucht, Saatgut ist hier aufgrund von schlechter Ernte ein kritischer Faktor. Bestellen Sie bitte rechtzeitig.

Raps & Hanf

Raps bleibt gesucht, vor allem wegen der Nachfrage nach Rapskuchen. Die Ölschiene ist stabil, zeigt aber wenig Wachstum. Die besten Erlöse wurden zur Ernte erzielt (Spitzen um 900 Euro/t ab Lager Landwirt), danach war bei gedeckten Ölmühlen wenig Bewegung im Markt. Auch Körnerhanf zur Schälung wird als Fruchtfolge-Ergänzung weiterhin empfohlen und bleibt über Vertragsanbau vermarktbar.

Spezialgetreide

Bei Spezialgetreide bleiben Emmer, Goldhirse, Buchweizen und Nackthafer im Fokus. Emmer ist grundsätzlich weiter gefragt, Saatgut bleibt knapp. Preislich bewegen sich Emmer-Kontrakte je nach Bedingungen um 550 bis 590 Euro/t ab Lager Landwirt. Goldhirse war zur Ernte stark witterungsbelastet, daher werden zusätzliche Mengen dringend gesucht; als Orientierung werden häufig 540 bis 600 Euro/t ab Lager Landwirt genannt. Auch Buchweizen ist über Verträge möglich, gilt aber als wirtschaftlich weniger attraktiv und risikoreich hinsichtlich Qualitäten. Als Zweitfrucht oder als Alternative nach Umbruch eignet sich Buchweizen aber gut.

👉 Hier klicken und Podcast starten! 

 

 

Beratung
für Naturland

Geschäftsstelle Hohenkammer
Eichethof 1
85411 Hohenkammer
Tel. 08137/6372-900
Fax 08137/6372-919
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.