Bio-Ackerbau im Trockengebiet

Trockenperioden, Starkregen und Klimawandel – Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern im Trockengebiet stehen vor großen Herausforderungen. Besonders im Bio-Ackerbau gilt es, Böden widerstandsfähig zu machen und mit Wasser sorgsam umzugehen.

25 September 2025

 Der Boden als Wasserspeicher

Ein gesunder Boden ist der wichtigste Verbündete im Trockengebiet. Krümelstruktur und Humusgehalt entscheiden darüber, ob Regen aufgenommen, gespeichert und den Pflanzen zur Verfügung gestellt wird.
Wichtige Maßnahmen für den Wasserpeicher Boden:

  • Wind- und Wassererosion vermeiden

  • Verdichtungen durch gute Terminwahl und angepassten Reifendruck verhindern

  • situationsangepasste Bodenbearbeitung und Rückverfestigung, sofern Beikrautregulierung bereits erfolgreich war

  • organische Substanz regelmäßig zuführen

Humusaufbau und organische Düngung

Humus bindet Wasser wie ein Schwamm. Je höher der Humusanteil, desto länger können Pflanzen Trockenphasen überstehen. Im Bio-Anbau sind dabei besonders wichtig:

  • Kompost, Mist und Gärreste

  • Kleegras und andere Leguminosen

  • tiefe Durchwurzelung durch Zwischenfrüchte und Klee- bzw. Luzernegras

  • kontinuierliche Humusbilanz statt kurzfristiger Effekte

Zwischenfrüchte im Trockengebiet

Zwischenfrüchte schützen vor Erosion, fördern die Bodenbiologie und speichern Nährstoffe. Gleichzeitig sind sie ein Baustein für wasserschonende Landwirtschaft.
Vorteile von Zwischenfrüchten:

  • bessere Bodenstruktur

  • höhere Wasserspeicherfähigkeit

  • Stickstoffbindung

  • Unterdrückung von Beikräutern

  • Förderung der Biodiversität

Kulturenwahl für stabile Erträge und gute Qualitäten

Nicht jede Kultur kommt mit Trockenheit gleich gut zurecht. Während Körnerleguminosen auf trockenen Standorten ein hohes Ertragsrisiko haben, zeigen andere Kulturen eine hohe Trockentoleranz: Sonnenblumen, Hirse oder Wintergetreidearten nutzen das vorhandene Bodenwasser effizienter. Auch Zuckerrüben können in trockenen Regionen ertragsstabil sein, wenn im Unterboden ausreichend Wasser gespeichert ist und die Aussaatbedingungen stimmen.

Spätreife Kulturen wie Körnermais, Sonnenblume und Sojabohnen erreichen in warmen, trockenen Anbaugebieten in der Regel sicher die Druschreife und können unter guten Bedingungen geerntet werden. Die Klimabedingungen sind also in gewisser Weise auch ein Standortvorteil, der sich auch auf den Durum-Anbau übertragen lässt.

Grundprinzipien der wasserschonenden Bodenbearbeitung

  • Vor der Frühjahrssaat so flach wie möglich arbeiten

  • Vor der Herbstsaat Bodenbearbeitung und Aussaat gut aufeinander abstimmen

  • Rückverfestigung für kapillaren Wasseraufstieg

  • Bearbeitungszeitpunkte flexibel an Witterung und Beikräuter anpassen

  • Achtung, jeder Arbeitsgang ist ein Kompromiss:

    • flacher und seltener den Boden zu bearbeiten kann auch das Einmischen von Organik verschlechtern

    • durch Rückverfestigung können Unkräuter wieder anwachsen und damit ein Ziel der Bodenbearbeitung verfehlt werden

    • zur Regulierung von Wurzelunkräutern ist Bodenbearbeitung unverzichtbar

Fazit

Bio-Ackerbau im Trockengebiet heißt: den Boden als Wasserspeicher stärken, Humus gezielt aufbauen, Kulturen sorgfältig auswählen und Bearbeitungstechniken anpassen. Wer diese Strategien kombiniert, sichert nicht nur stabile Erträge – sondern auch die langfristige Fruchtbarkeit seiner Flächen.

 

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