Rauchschwalben fördern
Rauchschwalben fressen große Mengen an Fliegen und Mücken und leisten so einen wertvollen Beitrag zur natürlichen Schädlingsbekämpfung in landwirtschaftlichen Ställen. Gleichzeitig sind sie unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht. Doch die Population der nützlichen Vögel geht zurück.
Rauchschwalben sind nicht nur ein lebendiges Symbol für Glück und den Frühling, sondern auch wahre „Nützlinge“ auf landwirtschaftlichen Betrieben. Als natürliche Insektenjäger helfen sie aktiv bei der Bekämpfung von Fliegen und Mücken in Ställen und ihrer Umgebung. Von einem Schwalbenpaar werden pro Tag zwischen 13.000 und 15.000 Insekten gefangen, welche an ihre Jungen verfüttert werden. Rauchschwalben sind auch allgemein für das Ökosystem bedeutend. Umso mehr gibt es zu denken, dass sie in ihrem Bestand gefährdet sind. Der Rückgang von Insekten als Nahrung, die Aufgabe von Betrieben, vor allem mit Nutztierhaltung, sowie der Verlust von Nistplätzen und geeigneten Lebensräumen hat negative Auswirkungen auf ihre Population, die im Laufe der letzten Jahrzehnte immer stärker rückläufig ist. Besonders landwirtschaftliche Betriebe bieten jedoch noch immer einen wichtigen und besonders geeigneten Lebensraum für diese faszinierenden Vögel. Deshalb werfen wir hier einen Blick auf besonders wertvolle und erfolgreiche Maßnahmen sowie den positiven Einfluss, den sie auf die Schwalbenpopulation haben.
Von einem Schwalbenpaar werden pro Tag zwischen 13.000 und 15.000 Insekten gefangen, welche an ihre Jungen verfüttert werden. (Fotos: Rieke Wüpping)
Rauchschwalben im Stall: So schaffen Sie optimale Nistbedingungen
Rauchschwalben bevorzugen als Nistplätze vor allem Ställe oder andere Gebäude, in denen sie Zugang zu geeigneten Nistplätzen haben. Das Offenhalten von Ställen und das Bereitstellen eines Zugangs für die Schwalben ist daher besonders wichtig. Ein kleines Flugloch oder ein gekipptes Fenster reicht oft schon aus, um den Schwalben den Eintritt zu ermöglichen.
Lehm für Schwalbennester: Warum Lehmpfützen wichtig sind
Lehm ist ein entscheidendes Baumaterial für Schwalbennester. Da in vielen Gebieten natürliche Lehmpfützen durch Urbanisierung und Versiegelung verschwinden, ist es wichtig, künstliche Lehmpfützen anzulegen oder offene Bodenstellen nass zu halten – besonders an sonnigen und trockenen Tagen, wenn Schwalben besonders aktiv im Nestbau sind.
Nisthilfen in offenen Ställen: Schwalbenboxen und Schwalbenwinkel
In offenen Ställen können Schwalben oft nicht ausreichend Nistmöglichkeiten finden, da der Stall luftdurchflutet und hell gestaltet ist. Schwalbenwinkel oder -boxen sind hier eine hervorragende Unterstützung. Beide Nisthilfen sollten mindestens zwei bis drei Meter hoch angebracht werden, mit einem Abstand von drei bis vier Metern zueinander, um den Vögeln genug Raum zum Brüten und Abstand zum nächsten Brutpaar zu geben. Um sicherzustellen, dass sich keine Prädatoren auf die Nisthilfen setzen können, sollten die Nisthilfen unmittelbar unter der Decke angebracht werden.
Mit Schwalbenwinkel und Schwalbenbox unter dem Dach können im Stall Nisthilfen geschaffen werden.
Nahrungsquellen für Schwalben: Insektenvielfalt durch Hecken und Wiesen
Schwalben ernähren sich vorwiegend von fliegenden Insekten, weshalb es besonders wichtig ist, ihnen ausreichende Nahrungsquellen zu bieten. Durch das Anlegen von Hecken, Wiesen und Säumen wird Insektenvielfalt gefördert, was den Schwalben zugutekommt. Diese Lebensräume bieten nicht nur Nahrungsangebot, sondern auch Schutz für die Vögel und ihre Jungen.
Kotbretter gegen Schwalbenkot für mehr Hygiene im Stall
Dies Maßnahme hilft nicht den Schwalben direkt – aber mit ihr fällt es sicher manchem Betrieb leichter, ihnen zu helfen: Der Kot der Schwalben kann zu ästhetischen und hygienischen Problemen führen, wenn er auf Wänden oder Böden landet. Um dies zu vermeiden, können Kotbretter installiert werden. Diese sollten etwa 50 cm unter den Nistplätzen angebracht werden und einen Neigungswinkel von 30-45 Grad haben, damit keine Fressfeinde das Brett als Sprungbrett nutzen können.
Dieser Onlinebeitrag ist eine Kurzform des Artikels “5 Maßnahmen, um Rauchschwalben zu fördern” in der Ausgabe 2/2025 der Naturland Nachrichten. Autorin des Artikels ist
Fazit: So können landwirtschaftliche Betriebe Rauchschwalben effektiv unterstützen:
- Zugang zu geeigneten Nistplätzen ermöglichen, z. B. durch geöffnete Fenster oder Fluglöcher in Ställen
- Nisthilfen wie Schwalbenwinkel oder -boxen anbringen, idealerweise unter der Decke und mit ausreichend Abstand
- Lehmpfützen oder feuchte Bodenstellen, um den Nestbau zu erleichtern
- Insektenreiche Lebensräume fördern, z. B. durch Blühstreifen, Hecken und extensiv genutzte Wiesen
- Kotbretter installieren, um Stallhygiene zu verbessern
Hör gleich rein in die neueste Folge von "Wir Bio-Bauern" und erfahre noch mehr über Rauchschwalben auf dem Bio-Betrieb!
👉 Hier klicken und Podcast starten!
Dieser Text ist eine Kurzversion des Artikels 5 Maßnahmen, um Rauchschwalben zu fördern in der Ausgabe 5/2024 der Naturland Nachrichten. Autorin ist Rieke Wüpping vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV).