RegioHuhn: Alte Rassen, neues Konzept
Viele alte Hühnerrassen gelten als gefährdet – gleichzeitig wächst das Interesse an mehr Tierwohl, regionaler Zucht und Nachhaltigkeit. Genau hier setzt das Projekt RegioHuhn an.
Warum Zweinutzung?
Das RegioHuhn-Projekt wurde ins Leben gerufen, um der Spezialisierung in der Geflügelzucht etwas entgegenzusetzen. Die klassischen Hybridrassen – entweder für Mast oder fürs Legen gezüchtet – haben viele alte Genetiken verdrängt. Doch in der ökologischen Tierhaltung braucht es robuste, langlebige Tiere, die mit Auslauf, Bio-Futter und wechselnden Umweltbedingungen gut zurechtkommen.
Ziel des Projekts:
- genetische Vielfalt erhalten
- regionale Zucht fördern
- praktikable Alternativen für Bio-Betriebe schaffen
So funktioniert das Projekt RegioHuhn
Betriebe können entweder die Aufzucht, die Legehennenhaltung oder beides übernehmen. Mindestgröße: 100 Tiere – damit das System auch für größere Betriebe übertragbar bleibt. Voraussetzung ist eine Bio-Zertifizierung, unabhängig vom Verband.
Die Kreuzungen stammen aus den alten Rassen Altsteirer, Bielefelder und Ramelsloher – kombiniert mit legebetonten (White Rock) oder mastbetonten (Ranger) Linien. Jede Genetik bringt dabei unterschiedliche Eigenschaften mit:
- Ramelsloher: frühe Legeleistung, mittlere Eiergröße, aktiv
- Bielefelder: größere Tiere, ruhiger Charakter, große Eier
- Altsteirer: agil, legen vorrangig M-Eier, brauchen viel Auslauf
Was muss ich als Betrieb mitbringen?
- Lust auf Zweinutzungshühner – mit all ihren Besonderheiten
- Offenheit für neue Vermarktungswege
- Bereitschaft zum genauen Management (Fütterung, Stallklima, Auslaufgestaltung)
- Infrastruktur für Direktvermarktung, insbesondere für Fleischprodukte
Wer im Projekt mitmacht, kann Bruteier oder Küken kostenlos beziehen. Alternativ vermitteln Aufzuchtbetriebe auch Junghennen. Die Tiere sind deutschlandweit verfügbar.
Wirtschaftlich – aber nicht „billig“
Zweinutzung bedeutet:
Die Henne legt weniger Eier als eine klassische Legehenne
Der Hahn liefert weniger Fleisch als ein typisches Masthähnchen
Entscheidend ist deshalb ein funktionierender Vermarktungsweg – oft über Hofläden, Abokisten oder Gastronomie. Die gute Nachricht: Das Feedback von Kunden und Kundinnen ist durchweg positiv – vor allem zur Eischale, zur Optik der Tiere und zur Haltung.
Wie geht’s weiter mit dem RegioHuhn?
Aktuell beteiligen sich 15 Betriebe aktiv am Projekt. Das Ziel ist eine Verstetigung über 2028 hinaus – u. a. durch mehr dezentrale Zucht und stabile Praxisdaten. Perspektivisch soll so ein tragfähiges Zucht- und Haltungsnetzwerk für ökologische Zweinutzungshühner entstehen.
Du willst noch mehr über die RegioHühner wissen und den Einstieg in die Haltung wissen?
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Kontaktdaten Maike Vogel
Telefon: 0171 8308682
E-Mail:
Weitere Informationen und Steckbriefe der einzelnen Kreuzungen