Märkte im Wandel: Bio-Druschfrüchte 2025
Die Märkte für Bio-Druschfrüchte präsentieren sich zur Ernte 2025 zweigeteilt: Während einige Kulturen stabile Preise und eine gute Nachfrage verzeichnen, geraten andere zunehmend unter Druck. Ein genauer Blick auf Hafer, Weizen, Dinkel & Co. lohnt sich – insbesondere mit Blick auf Anbauentscheidungen für die kommende Saison.
Hafer: stabile Nachfrage trotz Überhängen
Trotz hoher Lagerbestände aus dem Vorjahr und einem Anbauplus von rund 20 % bleibt Bio-Hafer auch 2025 eine gefragte Kultur. Die Preise halten sich stabil knapp unter der Marke von 400 €/t – ein für Hafer außergewöhnlich hohes Niveau. Auch wenn die Verarbeiter gut gefüllt sind, profitieren Bio-Betriebe weiterhin von einem attraktiven Hafermarkt.
Weizen: knappe Lager, gute Preise
Die Lage beim Bio-Weizen ist insgesamt positiv. Die Lager sind vielerorts leer, die Erntebedingungen waren größtenteils günstig. Das Resultat: Preise zwischen 350 und 450 €/t – je nach Qualität. Der stabile Anbau sichert Versorgung, ohne den Markt zu überhitzen. Besonders für Back- und Speiseweizen ist die Stimmung deutlich freundlicher als im Vorjahr.
Futtergetreide: knapp und gefragt
Ein entscheidender Punkt für den Futtergetreide-Markt: Bei hoher Qualität im Weizen landet weniger Speiseweizen als „Überhang“ im Futtertrog. Gleichzeitig wurde im Herbst 2024 deutlich weniger Futtergetreide angebaut. Wer gezielt Futtergetreide in der Fruchtfolge berücksichtigt hat, dürfte 2025 von einer guten Nachfrage profitieren.
Dinkel: größeres Angebot, Preise bleiben ordentlich
Der Dinkel-Markt hat sich deutlich ausgeweitet – unter anderem durch höhere Vorvertragsmengen. Das Angebot ist gewachsen, aber die Nachfrage bleibt lebhaft. Trotzdem pendeln sich die Erzeugerpreise auf einem durchschnittlichen Niveau zwischen 400 und 450 €/t ein.
Braugerste: kaum Nachfrage, kaum Perspektive
Wenig optimistisch zeigt sich die Lage bei Bio-Braugerste. Die Nachfrage ist weiterhin schwach, die Anbaufläche rückläufig, und die Verbandsmärkte zeigen derzeit kaum Impulse. Auch für die kommende Saison bleibt die Perspektive trüb. Wer Braugerste plant, sollte sich sehr frühzeitig um feste Verträge kümmern – oder die Kultur überdenken.
Roggen: historisches Anbautief trotz Preisimpuls
Ein echtes Sorgenkind ist Bio-Roggen. Der Anbau ist dramatisch zurückgegangen – rund ein Drittel weniger Fläche als im Vorjahr. Jahrelang schwache Preise haben viele Betriebe zum Ausstieg bewogen. Die Preise ziehen nun leicht an – doch das hilft kurzfristig wenig, denn das Mengenproblem bleibt bestehen.
Fazit
Die Ernte 2025 zeigt: Bio-Getreidemärkte werden differenzierter. Während Hafer, Weizen, Futtergetreide und Dinkel stabile Aussichten bieten, geraten Braugerste und Roggen unter Druck. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie sich die Märkte zur neuen Aussaat weiterentwickeln.
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