Honorierung für Artenvielfalt: So profitieren Bio-Betriebe
Ökologisch wirtschaftende Betriebe leisten jeden Tag einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Doch diese Leistungen bleiben oft unsichtbar – und unvergütet. Genau hier setzt das Naturland-Förderprogramm Artenvielfalt an. Im Zentrum: praxisnahe Maßnahmen, die landwirtschaftliche Produktion und Naturschutz miteinander verbinden – finanziell gefördert und flexibel umsetzbar.
Warum ein eigenes Förderprogramm?
Betriebe im Ökolandbau leisten durch ihre extensive Bewirtschaftung, den Verzicht auf chemisch-synthetische Mittel und vielfältige Fruchtfolgen bereits viel für den Schutz von Pflanzen, Insekten und Vögeln. Doch:
- Diese Leistungen sind bisher nicht separat entlohnt.
- Private Förderinstrumente können helfen, diese Lücke zu schließen.
- Die gesellschaftliche Wertschätzung für Biodiversität steigt – aber die Betriebe brauchen Planungssicherheit.
Mit dem Programm will Naturland genau hier ansetzen: mit finanziellen Anreizen für konkrete, nachvollziehbare Maßnahmen.

Die 5 Maßnahmen des Förderprogramms im Überblick
- Überwinternde vielfältige Zwischenfrucht
Mindestens fünf verschiedene Pflanzenarten (blühend und winterhart) bieten im Herbst und Winter Lebensraum und Nahrung für Bodenlebewesen, Vögel und Insekten – und fördern gleichzeitig die Bodengesundheit. - Wildtierfördernde Nutzung von Klee- und Luzernegras
Mit mindestens 10 % Reststreifen pro Schnitt oder einer 8-wöchigen Ruhezeit auf dem gesamten Schlag zwischen dem 1.4. und 31.7.entstehen Rückzugsräume für Jungwild, Insekten und Bodenbrüter. - Überjähriger Schutzstreifen im Grünland
Überjährige Schutzstreifen bieten über mehrere Monate Deckung und Nahrung für zahlreiche Tierarten sowie Überwinterungsquartiere für Insekten – besonders wertvoll für Wiesenvögel wie das Braunkehlchen. - Sommer-Rückzugsorte im Grünland
Temporär ungenutzte Bereiche im Grünland schützen Wildtiere während der Mahd oder Beweidung – flexibel umsetzbar, auch auf Weideflächen. Kräuter und Gräser können zur Samenreife kommen und bilden vielfältige Bestände. - Neuanlage von Hecken
Gehölzstrukturen aus Wildgehölzen dienen nicht nur zahlreichen Tieren als Lebensraum und verbessern den Biotopverbund in der Agrarlandschaft, sondern binden auch CO₂ und bieten Erosionsschutz bei Starkregenereignissen. Pflege und Erhalt werden in den ersten fünf Jahren mitgefördert.
Förderung: Wer bekommt wie viel?
- Das Programm richtet sich an alle Naturland Betriebe in Deutschland & Österreich
- Teilnahme ist freiwillig und zusätzlich zu staatlicher Förderung
- Die Auszahlung erfolgt pro Maßnahme, Fläche und Jahr
- Möglich sind bis zu 10.000 € jährlich pro Betrieb
- Finanzierung erfolgt über private Mittel und Programmpartner
Die Anmeldung läuft über Mein-Naturland.de das Serviceportal der Naturland Zeichen GmbH. Es genügt eine einfache Maßnahmenerklärung – Kontrollstellen prüfen stichprobenartig.
Warum teilnehmen? 5 gute Gründe
- Sichtbare Anerkennung der eigenen Leistungen für Natur & Gesellschaft
- Finanzieller Ausgleich für betrieblichen Mehraufwand
- Stärkung der Hofidentität durch Artenvielfalt
- Motivation für Mitarbeitende, Familie & Kunden
- Vorbereitung auf zukünftige Markt- & Politikanforderungen
Praxisnahe Umsetzung & Beratung
Was das Programm besonders macht:
- Flexibilität: Von einer bis zu allen fünf Maßnahmen wählbar
- Beratung inklusive: Unterstützung durch die Naturland Beratung bei Planung & Umsetzung
- Transparenz & Vertrauen: Stichprobenartige Kontrolle statt Bürokratielast
- Anreize für Umsteller: Besonders attraktiv für Betriebe, die neu in den Ökolandbau einsteigen wollen
Mehr erfahren & mitmachen
👉 Hier klicken und Podcast starten!
Alle Infos zum Naturland-Förderprogramm Artenvielfalt, zum Anmeldeportal und Praxisbeispiele findest du auf der offiziellen Seite: