So klappt’s mit Nährstoffkreislauf & Partnerschaft

Stickstoffmangel im Ackerbau und Futterüberschuss in der Tierhaltung? Eine gut organisierte Futtermist-Kooperation kann im Ökolandbau beide Probleme gleichzeitig lösen – mit Vorteilen für Bodenfruchtbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung. In diesem Beitrag erfährst du, worauf es bei erfolgreichen Kooperationen ankommt, welche Fallstricke lauern – und wie du als Acker- oder Viehbetrieb das Beste daraus machst.

23 Juni 2025

Warum Futtermist-Kooperationen?

Im Ökolandbau sind geschlossene Nährstoffkreisläufe das Ziel. Doch nicht jeder Betrieb hat Tierhaltung oder ausreichend eigene Biomasse. Genau hier setzen Futtermist-Kooperationen an:

  • Ackerbaubetriebe bringen stickstoffliefernde Kulturen wie Kleegras oder Luzerne ein, die sie nicht selbst verwerten können.
  • Viehhaltende Betriebe benötigen Futter und geben im Gegenzug Mist oder Gülle ab – organischer Dünger zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.

Diese Win-Win-Situation spart Betriebsmittel, schont Ressourcen und fördert die biologische Aktivität im Boden.

Warum Kleegras und Luzerne für Ackerbau so wertvoll sind

Kleegras und Luzernegras sind im Ökolandbau nicht nur klassische Leguminosen, sondern regelrechte „Stickstoffpumpen“.

  • Sie können z.B. 160 kg Stickstoff pro Hektar (je nach Standort und Witterung)
  • Verbessern das Bodenleben und lockern Fruchtfolgen auf
  • Unterdrücken Wurzelunkräuter, wie Ampfer und Disteln durch tiefes Wurzelwachstum
  • Können Fruchtfolgekrankheiten reduzieren und bieten bodenschonende Zwischenfruchtoptionen

Luzerne punktet zusätzlich mit Tiefe – Wurzelreichweiten von 70–80 cm pro Jahr Standzeit über den Winter sind keine Seltenheit.

Was ist bei der Kooperation zu beachten?

1. Kooperationspartner finden

  • Nähe ist entscheidend: Transportkosten und Zeitaufwand müssen wirtschaftlich bleiben
  • Klare Kommunikation über Mengen, Schnittzeitpunkte, Technik und Futterverwertung

Das Verhältnis von Kleegras zu Rindermist wird je nach Trockensubstanz des Erntegutes im Verhältnis 1.1 getauscht. (Foto: Leah Hornung)

2. Austauschverhältnis festlegen

  • Faustregel: 1 Tonne Frischmasse Kleegras ↔ 1 Tonne Rindermist
  • Feuchtigkeitsgehalt, Trockenmasse und Qualität des Futters berücksichtigen
  • Transport, Lagerung (z. B. Feldmiete für Mist) und Ausbringung frühzeitig planen

Idealerweise lagert der Ackerbauer den Mist gleich am Feldrand des Ackers, auf den der Mist in der Folgekultur ausgebracht werden soll (Foto: Leah Hornung)

Idealerweise lagert der Ackerbauer den Mist gleich am Feldrand des Ackers, auf den der Mist in der Folgekultur ausgebracht werden soll (Foto: Leah Hornung)

3. Vertrag & Dokumentation

  • Einfacher Kooperationsvertrag (Name, Fläche, Mengen, Bio-Status) wird von Kontrollstellen empfohlen
  • Lieferscheine über ausgetauschte Mengen (Datum, Art, Menge) erforderlich

Kleegras: Anbau & Umbruch richtig planen

  • Anbauzeitpunkt: Frühherbst oder Frühjahr, je nach Region und Wasserverfügbarkeit
  • Aussaatstadium vor Winter: 10–15 cm Wuchshöhe ideal, um Frostschäden zu vermeiden
  • Umbruch: Flach und flächig mit geeigneter Technik, ggf. zweimal versetzt – um Durchwuchs zu verhindern
  • Kalkung & Schwefeldüngung: Kalk fördert Struktur und puffert den pH-Wert ab; Schwefel (Sulfatform) verbessert die Knöllchenbildung und Stickstofffixierung

Fazit: Nährstoffkreisläufe schließen – nachhaltig und partnerschaftlich

Futtermist-Kooperationen sind ein starker Hebel für mehr Nachhaltigkeit im ökologischen Landbau. Sie ermöglichen:

  • Verbesserte Nährstoffversorgung ohne Zukauf
  • Weniger externe Betriebsmittel
  • Ressourcenschonende Produktion mit Fokus auf Tierwohl und Bodenfruchtbarkeit

Egal ob Ackerbauer oder Rinderhalter: Wer offen kommuniziert, partnerschaftlich denkt und fachlich begleitet wird, legt den Grundstein für eine langfristig erfolgreiche Kooperation.

Ohne Vieh, aber voller Power: In unserer Podcastfolge erfährst du, warum eine Futter-Mist-Kooperation genau das Richtige für dich ist.

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Mehr Infos findest du zudem in der Ausgabe 3/2025 der Naturland Nachrichten.

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